Frau Jotts Kaleidoskop

 

* Startseite     * Archiv     * Gästebuch     * Kontakt     * Abonnieren



* themen
     Aktuelles
     Aphorismen
     Nörgels Stories
     Ich bin Nichtraucher
     Histör(t)chen
     SPORADISCH GEÖFFNET: JaM - Jott am Mittw

* mehr
     bababa

* Links
     A Dream Fool's Paradise
     Brummfisch
     Frau Mondschaaf
     MagicV's Blogwelt
     Nichts wirklich wichtiges
     Sandhexe
     Schockwellenreiter
     Schreibmans Kultbuch
     The House Of Parrot
     Üfchen
    
    
Tagebuch Weblogs - Linkliste
     Ab zu Topblogs 100
    
    
    

    
    
     Blogwise - blog directory
     Blogwise - blog directory
    
     Buttonnetzwerk für ein freies Internet
    
    
     Helft Maik
     Lichtspiele des Posttowers
     Neues vom Posttower
     Posttower - zum dritten
     Frau Jotts Bilder bei Instantgallery
     Mein (kleiner) Wunschzettel
    
    





Histör(t)chen

Auch das war die DDR - zweiter Teil

In Kürze begehen wir den 15. Jahrestag der Deutschen Einheit. 15 Jahre ist das schon wieder her? Ja und manchmal ist es, als hätte man sich erst gestern noch in die Schlange vorm Konsum eingereiht, ohne zu wissen, was es vorne eigentlich besonderes gibt!


In loser Folge werde ich hier mal ein paar Geschichten zum besten geben, die ich in der DDR erlebt habe - schließlich habe ich die meiste Zeit meines Lebens da verbracht. Ich will damit nichts verherrlichen, noch will ich Dramatisches und Irrsinniges herunterspielen, was mancher im Arbeiter-und-Bauern-Staat erlebt hat. Es sind schlichtweg meine subjektiven Erlebnisse und ich hoffe, daß mein Erinnerungsvermögen sie nicht ausschmückt.


Teil 2 - Warum donnerstags im Plattenladen die Hölle los war


Meine Heimatstadt hatte in den 80er Jahren etwa 55 000 Einwohner und ein Geschäft, das Schallplatten und Musikkassetten verkaufte. An CDs war damals nicht zu denken. Der Plattenladen war natürlich staatlich und gehörte der HO (Handelsorganisation). Die Handelsgesellschaft KONSUM verkaufte aber ebenso Schallplatten wie manche Buchhandlungen, nur in A. war es eben die HO.


Während die HO sich in den Nachkriegsjahren dadurch auszeichnete, daß sie Genußmittel und Konsumgüter zu Wucherpreisen verhökerte, gab es später festgelegte Preise, die im ganzen Land galten. Wenn jetzt mancher denkt, das muß ein einfacher Einkauf gewesen sein, weil man nicht wegen günstiger Angebotspreise von Geschäft zu Geschäft hetzen mußte, der vegißt, daß wir von der DDR reden. Einheitliche Preise  - ja, Hunger - nein, Warenangebot bei Konsumgütern (also alles, was man nicht essen kann) - meistens bescheiden.


Doch zurück zu den Schallplatten. In der DDR gab es nur eine Schallplattenfirma, den VEB Deutsche Schallplatten (VEB = Volkseigener Betrieb), der unter fünf Labels veröffentlichte. 


Eterna verlegte klassische Musik, Opern, Operetten mit herausragenden nationalen (z.B. Peter Schreier, Kurt Masur, Ludwig Güttler) und internationalen Künstlern (z.B. Leonard Bernstein, Claudio Abbado, Herbert von Karajan). Ende der 70er Jahre hatte Eterna das gesamte kompositorische Werk von Ludwig van Beethoven veröffentlicht. Das waren 116 LPs. Aber auch Arbeiterlieder erschienen unter dem Label (z.B. gesungen von Ernst Busch oder der Brecht-Interpretin Gisela May). Diese Musik wurde später unter dem Label Nova veröffentlicht.


Unter dem Label Amiga erschienen Aufnahmen von Liedermachern, Chansons, Rock und Pop sowie Jazz.


Literarische Aufnahmen, Aufnahmen von Theateraufführungen und politischen Beiträgen wurden mit dem Label Litera veröffentlicht.


Platten für den Schulunterricht wurden einige Zeit unter dem Label Schola verkauft.


Das Label, das die Jugend und somit auch mich am meisten interessierte, war Amiga. Aber man kann sich das nicht vorstellen wie heutzutage: man hat seine Lieblingsbands, geht in den Laden und sucht sich was raus. Das war nur möglich, wenn man sich für DDR-Künstler interessierte. Deren Platten waren meistens ausreichend vorhanden. Bei ausländischen Künstlern war das aber ganz anders. Und da kommt ein Wort ins Spiel, das den DDR-Bürger die Ohren spitzen ließ: Lizenzplatten!


Lizenzplatten waren alle Platten, die nicht in der DDR aufgenommen wurden. Und die waren heiß begehrt und Mangelware oder, wie der DDR-Bürger sagte: Bück-Dich-Ware, die es meist unterm Ladentisch gab und an die man häufig nur durch "Beziehungen" rankam. Lizenzplatten wurden meistens donnerstags verkauft (zumindest im Bezirk Leipzig war das so).


Deshalb bildete sich jeden Donnerstagnachmittag eine lange Schlange vorm Plattenladen Melodie in A. Und meistens wußte man nicht, was es eigentlich gab. Ich habe einige Lizenzplatten zuhause, für die ich lange angestanden habe. Man stelle sich den Ärger vor, wenn man sich zu spät angestellt hatte und der Vordermann als Letzter die heißbegehrte Scheibe erwarb, man selbst aber leer ausging. Und wenn man selbst nichts zu bieten hatte (einen 80-Liter-Boiler, einen E-Herd, einen Autoatlas oder Boxer-Jeans z.B.), erntete man bestenfalls ein mitleidiges Lächeln der Verkäuferin.


Bruce Springsteens Album Born In The USA habe ich ergattert, Michael Jacksons Thriller und von Amiga zusammengestellte Portät-LPs mit den größten Hits des jeweiligen Künstlers oder der Band, wie z.B. Neil Diamond, Alphaville, Joe Cocker, Juliane Werding usw.  


Die Schallplattenpreise waren übrigens erschwinglich. Für eine LP zahlte man 16,10 Mark der DDR - gleichgültig, ob es sich um eine Platte von DDR-Stars wie den Gruppen KARAT, Silly oder dem äußerst beliebten Gesangsduo Hauff & Henkler (eine Mischung aus Marianne & Michael und Cindy & Bert) handelte oder um Michael Jacksons Album Thriller. Die zehn Pfennig waren übrigens die Kulturabgabe.


Viele DDR-Bürger brachten sich Platten von Künstlern aus dem NSW (Nichtsozialistisches Wirtschaftsgebiet) aus dem Urlaub im sozialistischen Ausland, also Ungarn, Bulgarien, UdSSR mit oder sie "zwangen" die Oma zum Schmuggel, wenn sie die Westverwandtschaft besuchen durfte.


Für diesen Eintrag habe ich meine Erinnerungen für genaue Fakten unter www.mdr.de/damals-in-der-ddr aufgefrischt.

15.8.05 22:42


Auch das war die DDR

Teil 1 - Der Senfbecher an der Decke


In Kürze begehen wir den 15. Jahrestag der Deutschen Einheit. 15 Jahre ist das schon wieder her? Ja und manchmal ist es, als hätte man sich erst gestern noch in die Schlange vorm Konsum eingereiht, ohne zu wissen, was es vorne eigentlich besonderes gibt!


In loser Folge werde ich hier mal ein paar Geschichten zum besten geben, die ich in der DDR erlebt habe - schließlich habe ich die meiste Zeit meines Lebens da verbracht. Ich will damit nichts verherrlichen, noch will ich Dramatisches und Irrsinniges herunterspielen, was mancher im Arbeiter-und-Bauern-Staat erlebt hat. Es sind schlichtweg meine subjektiven Erlebnisse und ich hoffe, daß mein Erinnerungsvermögen sie nicht ausschmückt.


Los geht's mit der Geschichte vom Senfbecher an der Decke.



Das ist ein Senfbecher der Altenburger Senffabrik. Bis auf den Deckel, der früher mal aus dünnerem Plastik (Plaste, wie der Ossi sagt) bestand und eine geprägte Aufschrift trug, hat er sich nicht viel verändert. Er hat nach der Wende ein Etikett bekommen. Der Inhalt ist noch so wie zu DDR-Zeiten - wenigstens, was den Geschmack angeht - und ich glaube, man muß jetzt auch mehr berappen, als 0,37 Mark der DDR.


1989 bekam ein Becher dieser Art für mich eine besondere Bedeutung. Da erhielt ich nämlich nach zweieinhalb Jahren Wartezeit meine erste eigene Wohnung zugewiesen und da es sich um eine sogenannte "Instandsetzungswohnung" handelte, dauerte es lange, bis ich endlich einziehen konnte.


Aber ich hatte bis auf die "Aussteuer" nicht viel. Ein paar Möbel aus dem Second-Hand-Laden, der in der DDR A&V (An- und Verkauf) hieß, ein paar Sachen von den Eltern und von Kollegen... Schließlich fehlte mir noch eine Lampe für das Schlafzimmer, und das war ein ernstes Problem.


Es gab nichts Gescheites. Nicht mal was, das mir zu teuer gewesen wäre, wie es heutzutage ist. Bis ich in einem privaten Geschäft für Haus- und Hofbedarf einen Lampenschirm entdeckte, den ich kurzerhand für wenig Geld erstand. 


Mein Vater hatte schon einiges selbst gebaut und gebastelt, was es nicht zu kaufen gab und ich war sicher, er würde das schon hinkriegen. Ein Kabel mit Fassung, Lüsterklemme u.ä. konnte er auch problemlos am Lampenschirm befestigen. Allerdings sollte ja nicht zu sehen sein, wie die Lampe an der Decke befestigt ist und die Lüsterklemme sollte verschwinden. Normale Lampen haben da eine Dose, wo man das überschüssige Kabel, den Haken und die Lüsterklemme verstauen kann.


Da hatte ich aber das nächste Problem: so eine Dose gab es nicht zu kaufen, nicht mal in schwarz oder einer anderen unpassenden Farbe.


Tja, der DDR-Bürger war aber findig (Not macht erfinderisch - unser Leitspruch). Und so kamen wir auf die Idee, in den Boden eines Senfbechers ein Loch zu schmoren, die Ränder fein säuberlich zu schmirgeln, so daß ein sauberes, rundes Loch entstand, und das Lampenkabel da hindurchzuziehen.


Unser Pech war aber, daß es just dann, als wir einen weißen Becher brauchten, nur durchsichtige gab. Jeden, den ich traf, Familie, Freunde, Bekannte und die Kollegen, sprach ich darauf an, ob nicht jemand einen weißen Senfbecher zu Hause hätte. Und siehe da, aus meinem "Arbeitskollektiv" kam die Rettung, meine Kollegin P. konnte mir einen weißen Senfbecher besorgen.


So kam der Senfbecher an die Decke. Wenige Wochen, nachdem das Ding von der Decke hing, hatten wir die D-Mark. Da wollte ich aber keine andere Lampe mehr haben. Und jedesmal, wenn ich Altenburger Senf kaufe (den muß ich jedesmal bunkern, wenn ich nach Hause fahre, weil Freunde den auch toll finden), denke ich an die selbstgebastelte Lampe und muß schmunzeln.

25.7.05 17:54


Der Altenburger Prinzenraub

In der Nacht vom 7. zum 8. Juli 1455 trug sich im Altenburger Schloß eine bis dahin in deutschen Landen einmalige Tat zu. Der Ritter Kunz von Kauffungen entführte die Prinzen Ernst und Albrecht, Söhne des Kurfürsten von Sachsen, Friedrich der Sanftmütige. Die Entführung ging als erstes Kidnapping in die deutsche Geschichte ein.fficeffice" />


Postkarte: Kunstverlag Wilhelm Vogel, Schwarzenberg (Alter unbekannt)


Texte auf der Karte von links nach rechts:
Herzogliches Schloss zu Altenburg
Ritter Kunz v. Kauffungen und seyne Genossen rauben am Montag  vor Kiliani anno 1455 die Prinzen Ernst u. Albrecht vom churfürstl. Schlosse zu Altenburg.


Am Fürstenbrunn bei Schwarzenberg
Der Köhler Georg Schmidt nachmals Triller genannt befreit den Prinzen Albrecht aus den Händen Kunz v. Kauffungens.


Forsthaus Prinzenhöhle bei Stein
Ein an Fr.v. Schönburg auf Hartenfels entsandter Knecht überbringt den Rittern v. Mosen u.v. Schönfels Zusicherung von Leben u. Freiheit gegen Auslieferung des Prinzen Ernst.


Kunz von Kauffungen hatte im sächsischen Bruderkrieg (1446-1451) treu für Friedrich II., der Sanftmütige genannt, gegen dessen Bruder Wilhelm gekämpft und Verluste an Hab und Gut erlitten. So wurde Kunz gefangengenommen und konnte sich nur durch Zahlung von 4000 Goldgülden freikaufen. Vom Kurfürsten forderte er Ersatz des verlorenen Geldes, was dieser jedoch ablehnte. Einige Jahre später verlangte Kunz Schadensersatz für sein thüringisches Gut Milowitz, das im Krieg schwer beschädigt worden war, sowie für auf Schloß Stein (bei Zwickau) zeitweise gefangengehaltene, aber wieder freigelassene Kaufleute.


Kunz von Kauffungen führte einen Rechtsstreit mit Kurfürst Friedrich. Er wurde jedoch nur für seine Kriegsdienste entschädigt. Der Ritter fühlte sich betrogen und benachteiligt. In ihm reifte der Plan zur Entführung der minderjährigen Prinzen aus dem Altenburger Schloß, um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen.


Von einem Küchenjungen des Kurfürsten, Hans Schwalbe, hatte Kunz erfahren, daß der Kurfürst nach Leipzig reisen würde und sein Kanzler von Haugwitz mit den anderen Höflingen an einer Hochzeitsfeier in der Stadt teilnehmen wollte. Der Küchenknecht erzählte dem Ritter außerdem, daß die Wache mit Bier leicht einzuschläfern sei und der Torwächter schon lange krank war. Kunz von Kauffungen nutzte die Gelegenheit.


In der Nacht zum 8. Juli 1455, Kunz von Kauffungen hatte vorher noch einen Fehdebrief an den Kurfürsten geschickt, ritt er mit dreißig Getreuen und zehn Mann Fußvolk zum Altenburger Schloß. Mit den Rittern Wilhelm von Mosen und Wilhelm von Schönfeld kletterte Kunz mit einer Riemenleiter die steile Felswand und die Schloßmauern hinauf. Hier soll Hans Schwalbe behilflich gewesen sein. Man sperrte das Zimmer der Margarethe von Österreich, Kurfürstin von Sachsen, Landgräfin von Meißen und Mutter der beiden Prinzen, ab und verließ mit den Prinzen über vorher angebrachte, zusammensteckbare Leitern aus Holz das Schloß und floh über den Schloßpark.


Die Kinder sollten nach Böhmen, zum Besitz Kunz von Kauffungens gebracht werden. Auf dem Ritt dorthin trennten sich die Entführer. Die Ritter von Schönfeld und von Mosen führten eine Gruppe, die Prinz Ernst bei sich hatte. Der Kauffunger führte die andere Gruppe mit dem Prinzen Albrecht. Bei Zwickau traf man wieder zusammen, mußte sich jedoch erneut trennen, weil die Tat entdeckt wurde und sich das Land im Alarmzustand befand. Die Gruppe mit Prinz Ernst sollte über Oberdorf, Beutha und Klösterlein Zelle bei Aue nach Böhmen fliehen. Bei Hartenstein versteckten sie sich zur Rast in einem alten Bergwerksstollen, der Teufelskluft. Andere Quellen sprechen von der später sogenannten Prinzenhöhle. Dort wurden sie gestellt und gaben gegen Zusicherung von Leben, Ehre und Gut sowie freien Abzugs auf und übergaben Prinz Ernst unversehrt an Friedrich von Schönburg, dem kurfürstlichen Oberamtmann auf Schloß Hartenfels.


Die andere Gruppe nahm den Weg nach Böhmen über Zwönitz und Grünhain. Kunz von Kauffungen wurde im Wald bei Waschleithe während der Rast gestellt. Der Legende nach überwältigete ihn ein Köhler namens Georg Schmidt, auch Triller genannt. Im Kloster Grünhain wurde Kunz gefangengehalten und einen Tag später nach Zwickau gebracht.


Die kurfürstlichen Eltern trafen am 12. Juli in Chemnitz auf ihre Söhne. Drei Tage sollen die Bürger dort gefeiert haben. Am 16. kehrt die Familie auf ihr Schloß zurück.


Die Räuber und ihre Helfer wurden hart bestraft. Kunz von Kauffungen erhielt einen juristisch kritikwürdigen Prozeß, wurde zum Tode verurteilt und am 14. Juli 1455 in Freiberg öffentlich enthauptet. Vom später am Freiberger Rathaus angebauten Erker blickt eine Nachbildung des Kopfes Kunz von Kauffungens genau auf die Stelle, an der Kopf und Rumpf getrennt wurden. Dort wurde ein markierter Stein in das Pflaster des Platzes eingesetzt. Dietrich von Kauffungen, der Schwager von Kunz und ebenfalls an der Entführung beteiligt, wurde in Altenburg geköpft. Hans Schwalbe wurde nicht, wie die Legende behauptet, lebendig eingemauert, sondern in Zwickau gevierteilt. 


Nach damaliger Rechtsauffassung war Kunz von Kauffungens Tat als Druckmittel zur Erfüllung seiner Forderungen zulässig. Die Fehde jedoch hatte er nicht fristgemäß angesagt, das war sein Verhängnis. Die Fehdebriefe von Kunz, wie auch die von Wilhelm von Mosen und Wilhelm von Schönfeld gelangten erst einen Tag nach dem Prinzenraub in die Hände des Kurfürsten. Somit galt Kunz als Landfriedensbrecher. Auf Landfriedensbruch stand die Todesstrafe.


Der Altenburger Prinzenraub ging auch als Sächsischer Prinzenraub in die Geschichte ein.


Die kurfürstlichen Prinzen übernahmen nach dem Tod des Vaters 1464 gemeinsam das Kurfürstentum Sachsen, nach dem Tod des Onkels kam 1482 auch noch Thüringen hinzu.


1485 kam es zur Leipziger Teilung. Ernst erhielt mit Kursachsen die Kurfürstenwürde und wurde zum Begründer der ernestinischen Linie der Wettiner. Diese stellten bis 1547 die Kurfürsten und beherrschten danach verschiedene sächsische Herzogtümer in Thüringen. Das Haus Sachsen-Coburg-Gotha stellte später die Könige von Belgien, Bulgarien, England und Portugal.


Albrecht, der Beherzte erhielt die Mark Meißen und Teile Nordthüringens und wurde Begründer der albertinischen Linie der Wettiner, die ab 1547 die Kurfürsten, von 1697 bis 1763 die polnischen Könige und ab 1806 die sächsischen Könige stellte.


Quellen:
www.silberstrasse.de
www.prinzenraub.de
www.abg-net.de


Meine Heimatstadt Altenburg, Tatort des Verbrechens, begeht in diesem Jahr das Prinzenraubjahr aus Anlaß des 550. Jubiläums. Ich bin sicher, ich verpasse etwas, wenn es mir nicht gelingt, eine Aufführung des Prinzenraubs anzusehen. Wer in Sachsen, Thüringen oder Sachsen-Anhalt wohnt, sollte sich das nicht entgehen lassen. Aber auch für alle anderen, die weiter weg wohnen, ist ein Besuch Altenburgs zu empfehlen. Altenburg hat sich ganz schön herausgeputzt und historisch und kulturell einiges zu bieten.


 (Meine Güte, ist das ein Marketing! Ja, Altenburg reizt - im zweifachen Sinne, aber das verstehen jetzt wohl nur die Skatfreunde und diejenigen, die die Stadt kennen)

13.4.05 00:42


Frau Jotts historisches Rätsel - 1. Hinweis





 

In Kürze jährt sich ein historisches Ereignis zum 550. Male.


Es handelt sich dabei um ein Verbrechen. Ein Verbrechen, das es so in deutschen Landen bislang nicht gegeben hatte. Die Art des Verbrechens erhielt später eine englische Bezeichnung, inzwischen - solcherlei Straftaten gibt es immer noch - nennt man das Kind entgegen des Trends zu Anglizismen vorwiegend beim deutschen Namen.


Das Verbrechen wurde weit über die Grenzen des Landes bekannt. Gleich nach Bekanntwerden der Tat erhielt sie einen speziellen Namen (nicht den englischen, der bezeichnet nur die Art des Verbrechens, nicht diese Tat, die ich meine)


Jetzt bin ich gespannt, ob meine Leser draufkommen, welches Verbrechen ich meine. Der Erste, der es errät, erhält - sofern es sich um einen bei 20six registrierten Benutzer handelt - drei Bonbons (natürlich im Abstand von zwei Tagen, anders geht es bei 20six nicht). Und täglich gibt es (gesetzt den Fall ich bin online) ein weiteres Mosaiksteinchen, das zur Lösung verhilft.


Und nun viel Spaß beim Raten!


1. Hinweis:


Es gab nur einen Rädelsführer, aber mehr als dreißig Leute halfen ihm. Einen hilfreichen Hinweis gab dem Täter ein "Vögelchen". Entgegen der Legende wurde das "Vögelchen" jedoch nicht zur Bestrafung lebendig eingemauert.


Weiterhin viel Spaß beim Raten!


Übrigens werde ich die Kommentare nicht mit "richtig" oder "falsch" kommentieren, möchte Euch jedoch für Eure Wortmeldungen bedanken. Ratet ruhig weiter. Mir hat ein Leser eine E-Mail geschickt. Auch ihm winke ich freundlich zu. *winke*

12.4.05 06:43


Frau Jotts historisches Rätsel

In Kürze jährt sich ein historisches Ereignis zum 550. Male.


Es handelt sich dabei um ein Verbrechen. Ein Verbrechen, das es so in deutschen Landen bislang nicht gegeben hatte. Die Art des Verbrechens erhielt später eine englische Bezeichnung, inzwischen - solcherlei Straftaten gibt es immer noch - nennt man das Kind entgegen des Trends zu Anglizismen vorwiegend beim deutschen Namen.


Das Verbrechen wurde weit über die Grenzen des Landes bekannt. Gleich nach Bekanntwerden der Tat erhielt sie einen speziellen Namen (nicht den englischen, der bezeichnet nur die Art des Verbrechens, nicht diese Tat, die ich meine)


Jetzt bin ich gespannt, ob meine Leser draufkommen, welches Verbrechen ich meine. Der Erste, der es errät, erhält - sofern es sich um einen bei 20six registrierten Benutzer handelt - drei Bonbons (natürlich im Abstand von zwei Tagen, anders geht es bei 20six nicht). Und täglich gibt es (gesetzt den Fall ich bin online) ein weiteres Mosaiksteinchen, das zur Lösung verhilft.


Und nun viel Spaß beim Raten!

12.4.05 00:01


Die Erfindung der Kaffeesächsin

Wahrscheinlich kennt jeder die Firma Melitta. Welch genialem Einfall die Firmengründung zugrundeliegt, wissen vermutlich weniger Leute. Die Gründerin der Firma hieß Bentz, Melitta Bentz. Und eigentlich war sie eine Hausfrau und Mutter zweier Söhne, wohnhaft in Dresden.


Uneigentlich ärgerte sie sich jedoch über Kaffeesatz, der den Kaffeegenuß trübte. Und so machte sich die Hausfrau 1908 Gedanken, wie sie diesem Übel Abhilfe schaffen könnte. Sie erfand den Kaffeefilter. In den Boden eines Messingtopfes schlug sie mit Hammer und Nagel Löcher, auf den Boden legte sie ein Löschblatt aus den Schulheften ihres Sohnes. Auf das Papier gab sie Kaffeepulver und ließ kochendheißes Wasser darüber laufen. Der Geschmack ihres satzlosen Kaffees gab ihr recht. Mit Freundinnen hielt sie ein Kaffeekränzchen ab, wo sie ihre Erfindung erprobte. Auch die Freundinnen waren begeistert.


Melitta und ihr Mann Hugo Bentz verwendeten bald ein Papier, das das Wasser schneller durchlaufen ließ. Außerdem wurde aus dem Messingtöpfchen ein Messingzylinder, der das Wasser besser verteilte, das Papier wurde zu einem Rundfilter. Am 8. Juli 1908 wurde Melitta Bentz' "Filtrierapparat" beim Kaiserlichen Patentamt registriert. Im Dezember des selben Jahres erfolgte der Eintrag der Firma M.Bentz im Dresdener Handelsregister. Firmensitz war ein 40 qm großes Zimmer der Fünf-Zimmer-Wohnung der Bentz'. Neben der Erfindung betrug das Startkapital 73 Reichspfennige.


Zunächst wurden die Kaffeefilter in Handarbeit gefertigt, später in Auftrag gegeben. Die ganze Familie stieg in das Unternehmen ein. Die minderjährigen Söhne leisteten kleine Handlangerdienste und übernahmen den Vertrieb per Handwagen zum Fachhandel. Ehemann Hugo gab seine Stellung in einem Kaufhaus auf und kümmerte sich nur noch um die Firma seiner Frau.


Vom sächsischen Gastwirteverein und dem Kuratorium der internationalen Hygieneausstellung in Dresden erhielt der Filtrierapparat Melitta 1910 Gold- und Silbermedaillen. Ab 1915 wechselte der Firmensitz in Dresden mehrmals, da das Unternehmen wuchs. Vier Jahre später bot Melitta neben den Kaffeefiltern aus Aluminium auch welche aus Porzellan und Steingut an. Die Produktion übernahmen jedoch Fremdfirmen. Die typisch rot-grüne Verpackung erhielten die Filterpapiere 1925, zum Schutz vor Nachahmern. 1929 verließ die Firma Melitta Dresden und zog nach Minden/Westfalen um, weil man in Dresden kein größeres Gelände fand. "Go West" in den Goldenen Zwanzigern des letzten Jahrhunderts.


Die typische Form erhielten Kaffeefilter und Filtertüten 1937. Der Filter läuft seither schlitzförmig zu. Die Filtrationszeit ist seitdem so optimal, das Aroma kann sich so am besten entwickeln und es werden nicht so viele Bitterstoffe gelöst. Zugleich spart man Kaffee.


Melitta Bentz starb 1950 im Alter von 77 Jahren. Ihr Unternehmen führen heute ihre drei Enkel Jörg, Stephan und Thomas Bentz.

19.3.05 03:15


Wieverfastelovend (Weiberfastnacht)

Seit 175 Jahren reißen am Donnerstag vor Rosenmontag die "Weiber" die Herrschaft an sich.


In historischen Schriften ist nachzulesen, daß das erste Beueler Damenkomitee 1824 gegründet wurde.
Es existiert noch heute, und die Tradition karnevalistischer Emanzipation ist ungebrochen. Es waren die Beueler Wäscherinnen, die damals resolut beschlossen, einmal im Jahr nicht nur die Wäsche, sondern auch ihre Männer in die Mangel zu nehmen. Sie verließen an diesem Tag ihre Arbeit, trafen sich zum Kaffeeklatsch, später zur Vesper mit Liedern, Gedichten, Vorträgen, "Krätzje" und "Verzällche". Daraus entstanden in späteren Jahren die traditionellen Sitzungen der Damenkomitees. Seit 1957 erstürmen die "Wiever" in jedem Jahr das Rathaus der Weiberfastnachtshochburg Beuel, und seit 1958 werden sie von ihrer Lieblichkeit, der Wäscheprinzessin, unterstützt.


(Quelle)


Die Deutsche Reichszeitung in Bonn berichtet am 7. Februar 1902:


In Beuel hatten gestern die Frauen anläßlich des Weiberfastnachts vollständig das Regiment. Dieser Frauentag wird wohl kaum in einem anderen Ort in solch großartigem Maßstab gefeiert, wie in Beuel. Schon lange vor dem Festtage halten die Frauen des Komitees ihre Versammlungen und neralversammlungen, um ein großartiges Programm auszuarbeiten. Das diesjährige Fest wurde eröffnet durch einen karnevalistischen Zug, welcher sich gegen 3 Uhr unter den Klängen eines Musikcorps durch die Straßen bewegte. Zuerst im Zuge marschierte das Frl. Fähnrich und die "Fahnenjungfern" mit einem Banner, das die Aufschrift trug: "Hoch die Frauen". Die närrischen Genossinnen folgten da-mit karnevalistisch kostümiert zu Fuß und zu Wagen. Nachdem der Zug im Klubhaus, für diesmal Restaurant Weiler, eingetreten war, begann dort unter der schneidigen Präsidentin Frau Uderath das närrische Treiben. Gemeinschaftlicher Kaffee, Reden, Lieder und Büttvorträge der Genossinnen sorgten für die richtige Stimmung. Nach dem Abendesen wurde dann auch endlich den draußen harrenden Männern gestattet, in den Saal zu kommen - denn wehe dem Manne, der es gewagt hätte, sich in den Saal zu begeben, ehe die Frauen dazu die Erlaubnis erteilt hätten. Erst zum Schluß, einem fröhlichen Tänzchen, legten die Närrinnen die Alleinherrschaft nieder.fficeffice" />


(Quelle: http://www.waescherprinzessin.de)


Der Brauch, daß Frauen an Weiberfastnacht den Männern die Krawatten abschneiden, soll erst unmittelbar nach 1945 entstanden sein. Es gehört zum Fastnachtsspaß in Köln. Vermutlich spielt dabei der Gedanke mit, daß die Frauen an Weiberfastnacht das Regiment führen und so den Männern zeigen, wer das Sagen hat. Der Brauch flaut aber aus der heutigen Sicht schon wieder ab. Vielleicht auch deshalb, weil die Männer an Weiberfastnacht kaum noch eine Krawatte tragen.


(Quelle)


Wer mehr über den (Kölner) Karneval wissen möchte, findet hier ein kleines Karneval-ABC.

3.2.05 22:40


 [eine Seite weiter]




Verantwortlich für die Inhalte und Daten dieses Weblogs ist der Autor.
Datenschutzerklärung / Dein kostenloses Weblog bei 20six.de / myblog.de! / Private Haftpflichtversicherung